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Pavel Adonic: Formentera-Aquarelle in Bochum

von Nobbi (15.06.2001)





Nobbi (besser bekannt als Papá Nobbi), hat die Ausstellung mit Formentera-Aquarellen von Pavel Adonic in Bochum besucht. Hier seine Eindrücke:

Die Broschüre zur Ausstellung.
Am Pfingstsonntag habe ich die Ausstellung der Bilder von Pavel Adonic im Alten- und Pflegeheim Wichern-Haus in Bochum-Hiltrop, Kolpingplatz 2 besucht. Der Kolpingplatz befindet sich in Bochums Nordosten, ganz in der Nähe der Autobahnabfahrt Bochum-Gerthe (A43) in Richtung Castrop-Rauxel. Cirka 30 Aquarelle sind im Eingangsbereich und in der Cafetería ausgestellt. Die Ausstellung ist täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet, einen kompetenten Ansprechpartner findet man jedoch nur zu den Büro-Öffnungszeiten, also an Werktagen. Alle Bilder sind nummeriert, eine Preisliste hängt aus. Die Preise bewegen sich zwischen 200 und 1300 DM. Eine Broschüre mit einem Text über Formentera und dem Künstler sowie einigen Abbildungen kann man zum Preise von 10 DM an der Theke der Cafetería erwerben. Außerdem werden dort Postkarten zum Preise von 1 DM verkauft.

Aquarell von Pavel Adonic.
Frau Hlavácek (die Witwe des Malers) gab in einem sehr liebenswürdigen Telefongespräch ihre freundliche Genehmigung zu Veröffentlichung der Bilder in der fonda.de. Aus dem sachverständigen Text von Frau Hlavácek und Herrn Dr. Frank Günther Zehnder in der Broschüre möchte ich zwei Sätze besonders unterstreichen: "...Formentera muss man mit allen Sinnen erleben..." und "...Er denkt und fühlt in Farben. Das ist eigentlich das malerischste, was man über einen Maler sagen kann..."


Text aus der Broschüre:
Formentera, die bescheidene kleine Schwester der Balearen, zieht viele Besucher an, die Erholung, Sonne, Sand und Meer suchen. Wer aber die Insel wirklich kennen lernen will, bleibt nicht nur am Strand liegen. Er geht mit offenen Augen durch das Land, von vielen Generationen geprägt und von Naturgewalten immer neu geformt. Er hört die Stimmen der Natur: das Surren der Zikaden am Mittag, das langsam ansteigt, um plötzlich zu verstummen - oder die eigenartigen Rufe der Nachttiere. Er genießt den Duft der wilden Kräuter und die Süße frischer Feigen. Formentera muss man mit allen Sinnen erleben. Der Künstler aber behält das Erlebte nicht für sich, sondern gibt es in seinem Werk wieder.

Noch ein Werk von Pavel Adonic.
Ein solcher ist Pavel Adonic, 1932 in Prag geboren: Landschaftsmaler mit Herz und Seele. Schon als Junge träumte er von einer sonnigen, stillen Insel. Erst nach der Emigration (1968) konnte er diesen Traum verwirklichen, als er Formentera für sich entdeckte. Seit 1978 ist er ihr regelmäßiger Gast. Er ist ständig unterwegs, um die Atmosphäre der geliebten Insel in Bildern einzufangen. Hier findet er die Ruhe, die er braucht, um frei von der Hektik des Alltags zu arbeiten. Er liebt diese Landschaft und die Menschen, die ihr in harter Arbeit eine bescheidene Existenz abringen. Die Tiere groß und klein: vom genügsamen Schaf bis zur Spinne, die in bizarrer Schönheit ihre kunstvollen Netze spannt, die flinke Eidechse und den prächtigen Wiedehopf. Er liebt den weiten Himmel mit seinem wechselnden Schauspiel bei Tag und Nacht. Und den Regen, wenn er die durstende Erde erquickt und frisches Grün hervorlockt. Wie duften dann die Wälder!
Früh morgens begibt er sich an die schroffe Felsenküste, um die aufgehende Sonne zu erwarten. Der frische Morgen schenkt ihm immer wieder neue Hoffnung und schöpferische Kräfte.

In diesem Büchlein hat Adonic seine Impressionen aus mehreren Jahren gesammelt. Nur wenige Bilder lassen sich auf einen bestimmten Ort festlegen; alle zusammen sollen ausdrücken, wie der Künstler Formentera empfindet. "...Adonic ist ein Maler, der nicht das wiederholen will, was die Fotografie viel besser kann, nämlich Wirklichkeit abzubilden. Dieses platte Abmalen kann einem Künstler wie Adonic nicht reichen. Zum einen würde es sein malerisches Talent unterfordern, zum anderen hat Landschaft eben nicht nur Oberfläche. Für ihn müssen Landschaften erlebt werden, muss man in sie hineinhorchen, sie erwandern, ertasten, erfühlen. Er denkt und fühlt in Farben. Das ist eigentlich das malerischste, was man über einen Maler sagen kann."

Dr. Frank Günter Zehnder (Wallraf-Richarz-Museum Köln) anlässlich einer Ausstellungseröffnung.

Schöne Grüße an alle Formentera-Aficionados,
Papá Nobbi


 
 

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