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Viel zu teuer, keine Discos und eine Menge Geröll

von Uwe (25.10.2003)





Das Online-Magazin IbizaHEUTE berichtet in seiner Oktoberausgabe ausführlich über Formentera. Dieter "Atze" Gölsdorf, Mitbegründer der Gitarrenbauschule auf der Insel, schrieb für das Inselmagazin eine Liebeserklärung an "seine Insel", die er seit Anfang der Siebziger besucht, Manfred Ballheimer liefert die Fotos dazu.

Dieter "Atze" Gölsdorf (Foto: IbizaHEUTE).
Wer Formentera noch nicht kennt und hier die Disconacht seines Lebens erwartet, wird hart auf den Boden der Realität geschlagen mit Passagen wie dieser: Eigentlich gibt es keine wirkliche Discothek auf Formentera, denn Formentera ist genau die Insel für Leute, die eben nicht in die Disco gehen, sondern lieber gemütlich irgendwo rumsitzen, in den Nachthimmel schauen – und einer kleinen Geschlechterpeilerei nicht abgeneigt sind. "Scheisendreck" würde der Albaner in Atzes imaginärem Pityusenfilm da wohl sagen.

Dass man in der Fonda Pepe 20 Minuten für ein Getränk ansteht - nein, das glaub ich ihm nicht, obwohl ich seinen lockeren, witzigen Schreibstil mittlerweile wirklich zum Schreien komisch finde. Das muss man Julians Team lassen, sie sind flott wie die Geckos; wenn's noch so gerammelt voll ist, länger als fünf Minuten (wenn überhaupt) hab ich noch niemals an der Fonda-Bar auf ein Getränk warten müssen. Aber gut, Atzes Story soll vielleicht diejenigen, die Discos suchen und hier eh nicht hin wollen, abtörnen. Also: Stimmt, an der Fonda-Bar muss man scheißlang warten!

Touri-Nepp - nicht nur hier, wohlgemerkt.
Was hamma denn da: Weiter unten in der Fonda-Straße gibt es eine Italo-Pizzeria mit unglaublichen Pizzapreisen (haha, auf Ibiza noch viel teurer!). Ulli hat erst vor kurzem im Forum vor genau jener Kneipe gewarnt. Zu ihrem Schutz muss man jedoch vorbringen, dass das Essen gar nicht mal so gut ist...

Nicht erst seit dem Teuro sind die Preise auf der Insel ein immer wieder und bisweilen recht kontrovers diskutiertes Thema auch auf der fonda.de. Atze bringt es auf den Punkt: Aber alles kostet mittlerweile mehr als bei uns daheim. Sollte sich Formentera doch zu einem Eiland entwickeln, welches auf Leute mit Geld abzielt. Denn so richtig billig kommt man hier nicht über die Runden (Zelten verboten!). Das mit dem "Zelten verboten" soll mal ruhig so bleiben, das war auch all die Jahre vorher schon so, und trotzdem kam man auf Formentera günstig über die Runden. Unabhängig davon schraubt sich aber die Preisspirale beständig nach oben, und so lange die Gäste mitziehen und sich nicht davon abschrecken lassen - so geschehen auf Mallorca gerade in dieser Urlaubssaison -, wird sich daran auch nichts ändern. Man kann dem entgegenwirken, indem man auf die Nichtsaison ausweicht, da fallen auch die Preise wieder. Aber das können eben bei weitem nicht alle (Gott sei Dank).

Eines musste noch gesagt werden, und Atze sagt es. Schön! Ibiza-Touristen, hört auf mit dem Unsinn, hier auf meine Insel für einen Tag rübergeschippert zu kommen! Sie karren Euch rum zu den Leuchttürmen, kassieren Euch ab für ein blödes Essen am Mirador, oder Ihr stapft oder radelt mit einem gemieteten Fahrrad gen Illetas und schaut hinüber zu "Eurer" Insel. Forget it! So werdet Ihr Formentera nicht erfassen! Also bleibt drüben. ;-)

Eine locker geschriebene, schön zu lesende, trotzdem auch informative Story über Formentera. Die Insel ist, um es auf den Punkt zu bringen, zu teuer, sie hat keine richtigen Discos und ansonsten jede Menge Geröll, vor allem auf den Hochebenen. Die beste Werbung für... Ibiza!

  • IbizaHEUTE-Story: "Formentera liebt man, oder man lässt es bleiben"

  • Atzes Buch: "Angst und Schrecken auf Formentera"


  • Hingewiesen sei an dieser Stelle auch noch einmal auf die Story über Gitarrenbauer Ekkehard "Ekki" Hoffmann, die am 20. Oktober 2003 in der NW in Bielefeld erschien. Passt ja auch thematisch wunderbar zur Atze-Geschichte, so von Gitarrenbauer zu Gitarrenbauer.

     
     

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