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Premiere und erneutes Ende der Formentera-Zeitung

von Uwe (20.01.2002)





Cover der neuen FZ.
Nun ist sie also auch in Deutschland angekommen, die Premiere der neuen Formentera-Zeitung. Einige Abonnenten hatten sich ja schon im Forum zu Wort gemeldet und lange vergeblich auf die erste Ausgabe des Inselblatts gewartet - in dieser Woche nun fand die Weihnachtsausgabe der FZ endlich auch den Weg zu ihren Abonnenten. Danke an dieser Stelle fürs Zusenden an die Macher, an Chefredakteur Achim Gliem und Sybille Kettler.

Anfang Mai 2000 erfuhr ich vom Aus der Formentera-Zeitung unter der Führung von Lothar Groß. Lothar wollte seinem Leben eine neue Richtung geben und beschloss, die Insel zu verlassen. Sechs Jahren Insel-Dasein waren genug für ihn, der Tod seines Bruders tat sein Übriges dazu. Lothar verständigte die Abonnenten und somit war die letzte Ausgabe 1999 auch die letzte Formentera-Zeitung überhaupt. Zunächst zumindest. Wir telefonierten damals miteinander und ich merkte, dass es Lothar alles andere als leicht fiel, die FZ einzustellen. Eine Zeit lang war er noch auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger, dann ließ er es sein - die Formentera-Zeitung war Geschichte.

Achim Gliem.
Ein Jahr später, genau am 1. Mai 2001, meldete sich im neuen fonda.de-Forum dann ein gewisser Achim Gliem zu Wort. Der Darmstädter war auf der Suche nach der Adresse von Lothar Groß, wurde über die fonda.de auch fündig - so kam der Kontakt zwischen ihm und Lothar zustande. Nach - wie ich Lothar einschätze - einigermaßen zähen Verhandlungen einigte man sich schließlich, die FZ durfte auch unter dem neuen Herausgeber so heißen. Das Feld war bestellt, nun galt es, die Sache voranzutreiben.

Im Editorial der Premierenausgabe beschreibt Achim, wie er zur FZ kam, welche Startschwierigkeiten es gab und wie es weitergehen soll. Apropos Startschwierigkeiten: Der Start der neuen FZ stand unter keinem guten Stern. Da war zunächst das Unwetter im November letzten Jahres auf den Balearen, dann gab's bei der Druckerei in Ibiza Probleme, und schlechter Letzt sorgten Straßenbauarbeiten vor der Haustür der neuen FZ-Macher dafür, dass das Blatt beinahe nicht erscheinen konnte: Ein Abflussrohr wurde verstopft, der Rückstau des Brachwassers kam ins Büro und überschwemmte unter anderem auch die Computeranlage. Trotzdem erschien die Weihnachtsausgabe pünktlich - nun, mit einiger Verspätung, kam sie auch bei den Abonnenten an.

Auf den ersten flüchtigen Blick unterscheidet sich die neue nicht groß von der alten FZ. Etwas ordentlicher durchstrukturiert ist sie, relativ viel Text enthält sie (es ist alles andere als leicht, Anzeigenkunden für eine Insel-Weihnachtsausgabe aufzutun) und neben einigen Standards wie Servicebereich, Wetter, Rezepte und Comic (Ivy, toll) gibt es auch lesenswerte Artikel, die, und das ist natürlich eine tolle Sache, auch im Internet zu finden waren - die Domain www.formentera-zeitung.de ist Geschichte.

Mir persönlich - ich gehe in die Vergangenheitsform über, denn die FZ gibt's leider schon wieder nicht mehr - war sie sympathisch, die neue Formentera-Zeitung. Achim und Sybille hatten für die erste Ausgabe reichlich Material zur Verfügung, u.a. einen erneuten Fährentest (der wiederum katastrophal ausfiel), den schweren Orkan im November, die letzte Fahrt der Joven Dolores, einen ausführlichen Artikel über Rolfs blausand.de sowie Ganzseiter zu den Themen Solartechnik und Flamenco und ein interessantes Interview mit dem Insel-Fotografen Beni Trutmann und die Besprechung des Leuchtturm-Buches (bisher noch nicht in deutscher Sprache erhältlich).

Nachtrag: Leider konnte sich Achim Gliem nicht lange halten mit der Neuauflage der Formentera-Zeitung. Es gab dann noch diverse Zwistigkeiten mit Lothar Groß (ab der Osterausgabe 2002 wurde aus der Formentera Zeitung das Formentera Magazin, Gliem distanzierte sich ausdrücklich gegenüber Groß und dessen Formentera Zeitung), später auch mit den Abonnenten (Aufruf einer Sammelklage), die lange auf ihre Hefte warten mussten (ich weiß nicht, ob diese jemals angekommen sind). Begraben wir all dies unter dem Mantel des Schweigens, Nachtreten ist nicht angebracht. Schade ist es allemal.

 
 

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